Mamburg

Ein Pingo von archäologischer Bedeutung


Bei einer zentralen Bohrung im Pingo wurde in einem Bohrkern eine Scherbe gefunden, die in die römische Kaiserzeit ca. 0 – 400 n. Chr. datiert werden kann.Um mehr über die Keramik zu erfahren, wurden die Genehmigungen des Flächeninhabers und des Archäologischen Dienstes eingeholt und am 2. September 2010 eine Sondierung durchgeführt.
Ergebnisse der Sondierung im Pingo Mamburg


Untersuchungsbericht Mamburg

An der Stelle der erbohrten Keramik wurden die Reste von zwei Keramikgefäßen aus der Zeit um Christi Geburt gefunden, sie waren noch zu Zeiten des Moorwachstums in den Pingo gelangt und dann offenbar an Ort und Stelle zerstört worden. In der Nähe lag ein größerer Quarzit-Findling, der als Wurfgeschoss geeignet erscheint. Weitere Untersuchungsmöglichkeiten müssen mit den Archäologen der Ostfriesischen Landschaft diskutiert werden.Aus unserer Sicht sollte noch ein detailliertes Bohrprofil des Pingos erstellt werden und eine Höhenschichtkarte erarbeitet werden. Zudem könnten nach der Maisernte die umliegenden Äcker detailliert nach Siedlungsspuren dieser Zeit abgesucht werden.


Im Rahmen der Erkundungsbohrung in Mamburg im Juni 2010 hatten wir in einer Tiefe von etwa 60 cm eine Keramikscherbe im Bohrer. Mit den notwendigen Genehmigungen haben wir nach den Sommerferien zunächst ein Profil des Pingos im Abstand von 10 m erbohrt und dann im September 2010 eine kleine Schürfung gemacht, um den Hintergrund dieses Fundes abzuklären. Die Bohrstelle war mit einem Zeltnagel im Boden markiert worden, so dass die landwirtschaftliche Nutzung dadurch nicht gestört wurde. Mit Hilfe einer Metallsonde wurde der Zeltnagel gesucht und dann eine Fläche von 60 x 90 cm vorsichtig in mehreren Schichten ausgegraben. Es zeigte sich zunächst eine ungestörte Torfschicht. In 60 cm Tiefe legten wir eine Ansammlung von Keramikscherben frei. Es handelt sich um die Reste von zwei Gefäßen aus der Zeit um Chr. Geburt und einen weißen Stein von etwa 10 cm Durchmesser in der gleichen Ebene. (Milchquarz, untypisch für nordische Geschiebe, aber möglich)Der Befund erweckt den Eindruck, dass hier zwei Gefäße mitten in dem Moor deponiert wurden und dann mit Steinen zerstört wurden. Der noch vorhandene Boden des größeren Gefäßes stand nahezu waagerecht. Problematisch ist die Frage, dass die Keramikscherben unvollständig waren. Die fehlenden Scherben könnten in etwas größerem Umfeld liegen, so dass wir sie bei dieser Schürfung nicht erreicht haben.Die Keramikscherben wurden soweit wie möglich zusammengeklebt und dem Archäologischen Dienst zur Dokumentation für die Fundchronik übergeben. Sie sollen in jedem Fall in die Ausstellung für 2011 genutzt werden. Weitere Schlussfolgerungen sind mit den Archäologen in Aurich zu ziehen.

Axel Heinze